Fidor abgemahnt für Minikredit

Fidor erhielt für seinen „Geld-Notruf“ eine Abmahnung, gelobt aber Besserung

Fidor BankAls Direktbank mit Sitz in München vergibt die Fidor-Bank einen Minikredit unter der Bezeichnung „Geld-Notruf“. Aufgrund zu hoher Kosten für diesen Kurzzeitkredit und unzulässiger Geschäftsbedingungen wurde Fidor abgemahnt.

Verbraucherzentrale hat Fidor abgemahnt

Ein Kurzzeitkredit, wie er von der Fidor-Bank unter der Bezeichnung „Geld-Notruf“ angeboten wird, kann helfen, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Aufgrund der Konditionen für diesen Minikredit haben die Konsumentenschützer der Verbraucherzentrale Sachsen die Fidor-Bank erst kürzlich abgemahnt. Die Direktbank mit Sitz in München, die mehrheitlich zur französischen Groupe BPCE gehört, erhielt eine Abmahnung wegen zu hoher sowie nachträglicher Vertragsänderungen. Für ihren Minikredit gesteht die Fidor Bank zu hohe Kosten und unzulässige Geschäftsbedingungen ein.

Zu hohe Kosten für den Minikredit

Für den Geld-Notruf wurde Fidor abgemahnt. Verbraucher kritisieren die hohen Kosten von mindestens 6 Euro, die für einen Kurzzeitkredit von 100 Euro über 30 Tage anfallen. Dieser Minikredit kann direkt bei Fidor sowie über das Online-Banking-Angebot von O2 abgerufen werden. Fidor wurde abgemahnt, da sich die Bank das Recht vorbehielt, Inhalte von laufenden Verträgen beliebig zu ändern und abzurechnen. In mehreren Schritten hat die Bank daraufhin eine vollständige Unterlassungserklärung abgegeben. Sie sichert zu, die Mahnkosten maximal auf drei Euro zu deckeln und die beanstandeten Bestimmungen nicht mehr anzuwenden. Laut Auskunft der Leipziger Verbraucherschützer gilt das für Neuverträge für den Minikredit, die ab dem 16. November 2018 abgeschlossen wurden.

Fidor abgemahnt wegen massiver Kostensteigerungen

Die Teamleiterin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen, Kerstin Schultz, spricht davon, dass der Minikredit verhältnismäßig teuer ist. Die Fixkosten für vergleichbare Kredite betragen selbst bei einem Dispozins von 12,5 Prozent und bei gleicher Laufzeit lediglich 1,04 Euro. Der Grund, warum Fidor abgemahnt wurde, sind gleich mehrere Bedingungen für den Geld-Notruf, die in den AGB festgehalten sind. Bei laufenden Verträgen für den Minikredit konnte die Fidor Bank die Voraussetzungen und die Höhe der Geldbeträge einseitig ändern. Die Fidor Bank behielt sich außerdem das Recht vor, jederzeit die Kosten für den Minikredit anpassen zu können.

Fidor abgemahnt wegen unzulässiger Änderungsrechte

Ein Grund, warum Fidor abgemahnt wurde, sind die Änderungsrechte nach Vertragsabschluss, die nach Auskunft von Kerstin Schultz unzulässig sind. Aufgrund der von Fidor vorgenommenen Änderungen von laufenden Verträgen haben sich die Verträge für die Verbraucher verschlechtert. Der Minikredit von Fidor ist darüber hinaus mit Mahn- und Servicekosten verbunden, die den Kreditnehmer übermäßig belasten. Innerhalb weniger Tage können die Gesamtmahnkosten für den Kreditnehmer in die Höhe schnellen, wenn er den Minikredit nicht pünktlich zurückzahlen kann. Wurde der Kurzzeitkredit nicht fristgemäß zurückgezahlt, erhielt der Kunde einen „Überfälligkeits-Alert“, für den Fidor 3 Euro berechnete. Weitere 3 Euro musste der Kunde bezahlen, wenn er eine anschließende „Zahlungserinnerung“ erhielt. Konnte der Kunde dann immer noch nicht seinen Minikredit zurückzahlen, bekam er die „letzte Mahnung“, für die er ebenfalls 3 Euro bezahlen musste. Im Extremfall musste der Kunde innerhalb kurzer Zeit insgesamt 9 Euro an Gesamtmahnkosten zahlen, was nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen in keinem Verhältnis zu einer derart geringen Kreditsumme steht. Zusammen mit den eigentlichen Kreditkosten von mindestens 6 Euro können insgesamt mindestens 15 Euro für den Kunden anfallen, wenn er den Kredit nicht zurückzahlen kann.

Die Konditionen der Fidor-Bank für den Minikredit

Die Direktbank Fidor bietet verschiedene Kredite an. Der Kurzzeitkredit mit dem Namen Geld-Notruf, für den Fidor abgemahnt wurde, kann mit einer Summe von 100 Euro über einen Zeitraum von 30 Tagen oder mit einer Summe von 199 Euro über einen Zeitraum von 60 Tagen beantragt werden. Für die Bereitstellung dieses Minikredits fällt eine einmalige Gebühr von 6 Euro an. Dieser Minikredit kann jederzeit, auch nachts und am Wochenende, online über die App beantragt werden. Fidor bietet dafür eine standardmäßige Sofortauszahlung ohne Zusatzgebühren an.

Ratenkredite der Fidor Bank

Ratenkredite können bei der Fidor Bank mit Kreditsummen von 500 bis 50.000 Euro beantragt werden. Die Kreditlaufzeit ist bis zu 120 Monate wählbar. Der effektive Jahreszins wird bonitätsabhängig von 1,71 bis 16,42(!) Prozent erhoben. Die Rückzahlung erfolgt in gleich hohen Monatsraten jeweils zum 01. oder 15. eines Monats. Der Kredit kann rund um die Uhr beantragt und abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür ist ein digitales Girokonto bei Fidor. Der Kredit kann von Neu- und Bestandskunden der Fidor Bank beantragt werden. Neukunden müssen zusammen mit dem Kredit ein digitales Girokonto beantragen. Wird für das Girokonto ein Dispokredit eingeräumt, liegen die Zinsen dafür bei 7,4 Prozent pro Jahr. Auch für diesen Ratenkredit erfolgt die Auszahlung innerhalb kurzer Zeit nach der Beantragung. Fidor wurde nicht abgemahnt für den Ratenkredit, doch sind die Zahlen für die Zinsspanne auf der Webseite von Fidor nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Fidor-Kredit auch mit negativer Schufa möglich?

Angesichts der großen Zinsspanne für den Ratenkredit von Fidor werden sich viele Kreditinteressierte fragen, ob dieser Kredit auch bei negativer Schufa gewährt werden kann. Die Fidor Bank macht darüber keine Angaben. Die Bonität des Antragstellers spielt bei den Zinsen jedoch eine entscheidende Rolle.

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