Was ist die Schufa?

Thema Schufa: Wenn dieser Name fällt, löst er bei vielen Privatpersonen Unsicherheit und Ängste aus. Kann ein negatives Scoring der Schufa die persönliche finanzielle Situation beeinflussen? Und wenn ja – inwiefern?

Zentrale Schufa Holding AG

Zentrale der Schufa. Foto: Schufa Holding AG

Dieser Artikel zeigt Ihnen, was die Schufa genau ist, welche Daten sie sammelt und was es bedeutet, Einträge bei der Schufa zu haben.
Wenn Sie einen Vertrag abschließen möchten oder einen Kredit aufnehmen wollen, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Auskunftei wie der Schufa konfrontiert. Ihr Vertragspartner möchte auf diese Weise sicherstellen, dass Sie zum einen solvent und zum anderen vertrauenswürdig sind. Zu diesem Zweck greift er via Auskunftei auf Werte zurück, die aus relevanten Daten über Sie gesammelt wurden.

Was ist die Schufa?

Die Schufa Holding AG ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Sie verfügt über mehr als 800 Millionen gesammelte Einzeldaten. Damit ist die Schufa die größte Auskunftei im deutschsprachigen Raum und größer als ihre Wettbewerber Bürgel oder Creditreform. Auf Basis ihrer gesammelten Daten ermittelt eine Auskunftei die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen.
Sie als Verbraucher haben natürlich auch selbst jederzeit die Möglichkeit, Ihre Daten einzusehen. Wichtiger aber ist, dass Dritte, zum Beispiel Vertragspartner wie Vermieter, Ihre Daten einholen können, um festzustellen, wie kreditwürdig Sie sind.

Kurze Geschichte der Schufa

Die Schufa fand ihren Ursprung im Jahre 1927: Die Städtischen Elektrizitätswerke Berlin boten damals Haushaltsgeräte zum Ratenkauf an. Davon konnten jedoch nur Kunden profitieren, die all ihre Raten und Rechnungen stets verlässlich bezahlt hatten. Im weiteren Verlauf entstanden ähnliche weitere Gesellschaften dieser Art – sie wurden 1952 zur Bundes-Schufa e. V. zusammengeschlossen.

Die Schufa steht für Datenschutz und Vertrauen

Die Schufa Holding AG nimmt den Datenschutz sehr ernst. Wichtig zu wissen: Entgegen der landläufigen Annahme dienen die von der Schufa gesammelten Daten nicht nur dazu, Ihre unzureichende Kreditwürdigkeit zu dokumentieren. Das bei der Schufa dokumentierte Scoring dient vielmehr auch dazu, Ihren guten Scoring-Wert zu zeigen. Ein solcher kann Ihnen bei Vertragsabschlüssen sehr hilfreich sein, da künftige Vertragspartner direkt Ihre hohe Zuverlässigkeit einsehen können.

Die Schufa sorgt für die Sicherheit Ihrer Daten, indem diese ausschließlich auf Servern innerhalb der Bundesrepublik Deutschland gespeichert werden. Auf diese Weise unterliegen sämtliche von der Schufa gesammelten Daten dem strengen Bundesdatenschutz. So können Sie sehr sicher sein, dass unbefugte Dritte keinerlei Zugang zu Ihren Daten bekommen können.

Schufa

Zentrale der Schufa. Foto: Schufa Holding AG

Worüber weiß die Schufa Bescheid?

Alles in allem kann man sagen, dass die Schufa zahlreiche Daten sammelt, um aus ihnen die Scorings für die einzelnen Verbraucher zu erstellen. Wie ist das möglich? Tausende Unternehmen leiten ihre Verbraucherdaten direkt an die Schufa – oder eine andere Auskunftei – weiter. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen von der Schufa die ausgewerteten Daten zu Bonität und Zahlungsmoral der Verbraucher zurück.

Was erfasst die Schufa?

In erster Linie werden von der Schufa die folgenden Punkte erfasst und ausgewertet:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Anschrift
  • Kredite
  • Leasingverträge
  • Bestehende Schulden

Vor allem auf bestehende Schulden legt die Schufa größten Wert. Dieser Punkt ist es, vor dem die meisten Personen Angst bekommen. Diese ist aber meistens unbegründet! Selbst wenn Sie aktuell Schulden haben, muss das nicht zu einer negativen Bewertung führen. Was zählt, ist, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen regelmäßig und zuverlässig nachkommen.

Damit hat die Schufa dann wiederum die Möglichkeit, Ihren Vertragspartnern anhand Ihres guten Scoringwertes mitteilen, dass Sie ein zuverlässiger Zahler sind.

Negative Schufa – was ist das?

Rufen Sie sich für die Antwort auf diese Frage ins Gedächtnis, dass es nicht nur die negativen Zahlungsvorgänge sind, die bei der Schufa dokumentiert werden. Ihre positiven Einträge sind genauso wichtig! Positiv sind nämlich all Ihre Kredite oder auch Verträge, deren Zahlungen Sie zuverlässig und zum gewünschten Termin bezahlen.

Dennoch: Ihre Zahlungsversäumnissen führen unweigerlich zu Negativeinträgen bei der Schufa. Hierbei geht die Schufa jedoch sehr gewissenhaft und keinesfalls willkürlich vor. Bevor ein Eintrag erfolgt, bekommt der Schuldner die Möglichkeit, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Er erhält aus diesem Grund mindestens zwei schriftliche Mahnungen mit einem Mindestabstand von vier Wochen. Hat er diese nicht erhalten, darf eine Auskunftei wie die Schufa keinen negativen Eintrag vornehmen. Daher ist es an dieser Stelle Ihr Recht als Verbraucher, entsprechende Einträge anzufechten, wenn Sie keine Mahnungen erhalten haben.

Einige Minikredit-Anbieter vergeben Mikrokredite, ohne Auskünfte bei der Schufa einzuholen

AnbieterKreditsumme für NeukundenKreditsumme für BestandskundenZum Anbieter

100 - 600 Euro100 - 1.500 Euro Zum Anbieter

100 - 500 Euro100 - 3.000 Euro Zum Anbieter

50 - 600 Euro50- 1.500 Euro Zum Anbieter

Ein negativer Schufa-Eintrag bedeutet nicht, dass Sie sofort und auf jeden Fall als kreditunwürdig gelten. Es spielen weitere Faktoren eine Rolle. Vor allem das von der Schufa erstellte Scoring ist hier relevant – und das bezieht sich nicht nur auf einen einzelnen Fehltritt. Wichtig sind weiterhin Punkte wie die folgenden:

  • Anzahl Ihrer Girokonten und Kreditkarten
  • Aktuelle Handyverträge
  • Aktuelle Leasingveträge
  • Zahlungsverzüge
  • Inkasso- und Insolvenzverfahren

Aus diesen Punkten entwickelt die Schufa Ihren Scoring-Wert. Ein einzelner negativer Eintrag muss deshalb nicht bedeuten, dass Ihr gesamtes Scoring schlecht ist.

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Tipp: Behalten Sie Ihren Score im Blick, indem Sie Ihre jährliche kostenfreie Auskunft dazu bei der Schufa beantragen.

 

Die Schufa – das Fazit

Keineswegs ist Ihre finanzielle Situation aussichtslos, sobald Sie einen negativen Eintrag bei der Schufa haben.Nichts desto trotz gilt: Gleichen Sie Ihre Zahlungsverzüge so schnell wie möglich aus, um Schwierigkeiten vorzubeugen. Im Jahr 2012 wurde überdies eine Änderung in kraft gesetzt, mit der Sie negative Einträge innerhalb weniger Wochen löschen lassen können, sobald Sie Ihre ausstehenden Zahlungen beglichen haben. Ist Ihr Scoring nach wie vor nicht gut genug für einen regulären Bankkredit, so haben Sie dennoch bei einigen Minikredit-Anbietern die Chance auf einen Kredit. Diese verzichten nämlich aufgrund der geringen Summen und der kurzen Laufzeiten gelegentlich darauf, eine Auskunft bei der Schufa einzuholen.


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