Alternativen zum Dispokredit

“Ich bin im Dispo” – Diesen Satz hat nahezu jeder Girokonto-Inhaber schon einmal gehört oder gesagt. Mit dem “Dispo” ist ein Dispositionskredit gemeint, mit dem die Hausbank das begrenzte Überziehen des Girokontos duldet. Dieser Komfort hat jedoch seinen Preis.

Minikredit als Alternative zum Dispokredit

Minikredit als Alternative zum Dispokredit

Was ist ein Dispokredit?

Einen Dispositionskredit gewähren Banken den Inhabern eines Girokontos, wenn deren Bonität sowie regelmäßige Geldeingänge stimmen. Diese Werte überprüft die Bank mithilfe von Auskunfteien, wie zum Beispiel der Schufa. Wichtig sind hier gleichbleibende monatliche Einkünfte, sodass eine Festanstellung von Vorteil ist, um dieses Angebot nutzen zu können. Ist die Bank mit dem Ergebnis zufrieden, dürfen Girokontoinhaber mit einem “Dispo” ihr Konto in einer von der Bank vorgegebenen Höhe überziehen. Diese Höhe steht in Abhängigkeit zu den monatlichen Geldeingängen. Sinn und Zweck des Dispokredites ist eine kurzfristige Überbrückung bis zum nächsten Geldeingang, da die Sollzinsen für einen Dispokredit wesentlich höher sind als für beispielsweise einen Ratenkredit. Daher wird die langfristige Inanspruchnahme des Dispokredites wirklich teuer und es ist dementsprechend davon abzuraten.

Wichtig zu wissen: Bearbeitungsgebühren dürfen Banken für die Einrichtung eines Dispokredites nicht erheben! Lediglich bei Inanspruchnahme sind Sollzinsen zu zahlen, die in der Regel im Zuge der Quartalsabrechnung vom Girokonto eingezogen werden.

Wie teuer ist ein Dispokredit?

Gemäß Stiftung Warentest liegt der Dispozins bei durchschnittlich 9,78 Prozent. Getestet wurden 1.377 Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Demnach lag der höchste Zinssatz für Dispositionskredite bei 13,75 Prozent. Als gerade noch akzeptabel bezeichnet die Stiftung Warentest einen Zinssatz in einer Höhe von 8 Prozent. Wer seinen  Dispositionskredit nutzt, sollte daher besonders achtsam mit dem bereitgestellten Kapital umgehen. Insbesondere die unbegrenzte Laufzeit wirft mit den hohen Zinsen über ein Jahr oder gar mehrere Jahre gerechnet hohe Kreditkosten auf.

Im Vergleich mit einem Minikredit fällt auf, dass die Zinsen ähnlich hoch sind. Der entscheidende Unterschied ist die für einen Minikredit typische sehr kurze Laufzeit von üblicherweise 30 Tagen. Da die im Vergleich zu einem Ratenkredit hohen Zinsen für einen Minikredit nur über einen sehr kurzen Zeitraum anfallen, muss der Kreditnehmer maximal wenige Euro an Kreditkosten aufbringen. Überdies ist die Kredithöhe für einen Minikredit auf einen geringen Betrag von rund 500 Euro beschränkt, was die Kreditkosten wiederum niedrig  hält.

Als Dispokredit hingegen sind oftmals sogar mehrere tausend Euro möglich – für eine unbegrenzte Laufzeit. Belasten Bankkunden ihr Dispo mit beispielsweise 5.000 Euro bei einem Sollzinssatz von 9 Prozent, so zahlen sie in einem Jahr ca. 450 Euro an Sollzinsen!

Wer bekommt einen/keinen Dispokredit?

Die Voraussetzungen für die Gewährung eines Dispositionskredites variieren von Bank zu Bank. Einige Grundvoraussetzungen sind jedoch bei jedem Geldinstitut gleich: Grundsätzlich müssen Personen voll geschäftsfähig, also volljährig, sein und ein eigenes Girokonto besitzen. Sehr viele Banken setzen ein ausreichendes, regelmäßiges monatliches Einkommen voraus, zu dem beispielsweise auch das BAföG, Unterhaltszahlungen oder die Rente zählen. Als Selbstständiger ist es daher nahezu unmöglich, einen Dispokredit gewährt zu bekommen. Ein Dispokredit ist immerhin ein Blankokredit, den Banken ohne weitere Sicherheiten gewähren. Da ist das Voraussetzen eines regelmäßigen Einkommens aus nichtselbstständiger Arbeit tatsächlich nachvollziehbar. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist ein negativer Schufa-Eintrag.

Alternativen zum Dispokredit

Die Notwendigkeit, Alternativen zum Dispokredit zu suchen, sind vielfältig:

Ratenkredit

In erster Linie sind es die hohen zu zahlenden Zinsen, die für eine größere und über einen längeren Zeitraum abzuzahlende Summe beträchtlich werden können. Für diesen Zweck rechnet sich ein Ratenkredit tatsächlich mehr, da zum einen die Zinsen deutlich geringer sind und zum anderen die tatsächliche Rückzahlung mithilfe des Ratenplanes sichergestellt ist. Eine Überschuldung ist mit einem Ratenkredit nahezu ausgeschlossen.

Minikredit: Vorteil der kurzen Laufzeit nutzen

Eine wirklich gute Alternative für Personen, die keinen Dispokredit erhalten, ist der Minikredit. Die Auflagen für seine Gewährung sind üblicherweise viel geringer als die für einen Dispokredit. So ist es zum Beispiel auch für Selbstständige oder Personen mit einem negativen Schufa-Eintrag möglich, einen Minikredit zu erhalten. Die Zinsen für einen Minikredit sind zwar ähnlich hoch wie die auf einen Dispokredit erhobenen. Da die Laufzeit jedoch stark begrenzt ist, ist die letztlich zu zahlende Summe vergleichsweise gering, sodass die hohe Verzinsung nicht so stark ins Gewicht fällt. Die begrenzte Laufzeit bietet ebenfalls einen Schutz vor Überschuldung. Ein Anbieter gibt Kreditnehmern sogar die Möglichkeit, den gewährten Rahmenkredit in Höhe von 1.500 Euro ähnlich wie einen externen Dispokredit zu nutzen.

AnbieterStandardlaufzeitBesondere Merkmale

15 oder 30 Tage60-Tage-Option für ca 30 €

7 bis 30 Tage60-Tage-Option für 49 €
3-6 Monate mit VexFlex

30 Tage62-Tage-Option ab 69 €

BeliebigMonatliche Mindestrate: 5 % bzw. mind. 20 € des offenen Betrags

12 MonateLaufzeit bis 120 Monate möglich, je nach Kreditsumme

Nutzen eigener Geldreserven

Das Naheliegendste wird oft vergessen: Warum für einen finanziellen Engpass nicht zunächst sein Erspartes nutzen? Dieses Geld ist bereits vorhanden und die Nutzung kostet keinen Cent. Und ob man nun seinen Dispokredit zurückzahlt oder sein Erspartes wieder aufstockt, macht doch nur den Unterschied, dass bei letzterem keine Zinsen anfallen.

Geld leihen bei Verwandten oder Freunden

Nicht gern genutzt, weil unangenehm, ist die Variante, Geld bei Freunden oder Verwandten zu leihen, wenn es mal eng wird. Dennoch: Besteht ein gutes Verhältnis und das schnelle Rückzahlen des Geldes ist sichergestellt, ist der Privatkredit eine gute und vor allem zinsfreie Möglichkeit, einen finanziellen Engpass unbürokratisch zu überbrücken.

Fazit Dispokredit

Ein Dispositionskredit der Hausbank ist die wohl bequemste Möglichkeit, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der praktischen Ressource, da der Sollzins ungleich höher als der eines Ratenkredites ist. Nimmt ein Kreditnehmer seinen Dispo über einen längeren Zeitraum in Anspruch, muss er folglich sehr hohe Summen an die Bank bezahlen. Wichtig ist daher immer, Alternativen zum Dispositionskredit nicht aus den Augen zu verlieren. Diese können ein Online- oder Ratenkredit ebenso sein wie ein Minikredit oder der Privatkredit.

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